Die Papierherstellungstechniken der Vergangenheit leben heute in Lecce, Italien, dank der Ambitionen des Künstlers Andrea De Simeis weiter.

Als einer von nur einer Handvoll handwerklicher Papiermacher:innen und Graveur:innen weltweit kam er über einen Umweg zu dieser einzigartigen Berufung. Mit einem Abschluss in Malerei begann De Simeis seine berufliche Laufbahn als Werbegrafiker, der Unternehmen und Marken dabei half, ihre Geschichten zu erzählen. Doch durch seine langjährige Leidenschaft für Reisen ließ er sich von den Künstler:innen und Handwerker:innen vergangener Jahrhunderte inspirieren. Und da er selbst Künstler ist, beschloss er, dass industriell hergestelltes Papier seinen einzigartigen kreativen Bedürfnissen nicht gerecht wird.

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Andrea De Simeis hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er hat die asiatischen Papierschöpftechniken aus dem 7. Jahrhundert und die italienischen Papierschöpftechniken aus dem 14. Jahrhundert studiert und sie anschließend miteinander kombiniert. So kreierte er ein Papier, das durch seine unvergleichliche Optik und Textur besticht.

Die Kunstwerke seines Metiers können in der Werkstatt seines idyllischen Landhauses in der italienischen Kleinstadt Caprarica di Lecce bewundert werden, die er Mastercard Karteninhaber:innen bei dieser exklusiven Videoführung zeigt. Erkunden Sie neben seiner Werkstatt – in der die handgeschöpften Bögen entstehen – auch den Garten. Dort kultiviert der Künstler die Pflanzen, die ihm die Zellulose für das Papier und die natürlichen Farbpigmente für den Kupferstich liefern.

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Eine der größten Herausforderungen bei der Anwendung asiatischer Papierschöpftechniken in Italien bestand darin, lokale Pflanzen zu finden, die sich dafür eignen.

„Ich habe eine Vergleichsstudie zwischen fernöstlichen und mediterranen Pflanzenarten durchgeführt“, sagt De Simeis. „So konnten wir die ältesten Pflanzen und Techniken ermitteln, mit denen sich das hochwertigste Papier herstellen lässt.“

Ihm gelang dieser Durchbruch als er feststellte, dass die Fasern des Ficus Carica – auch als Echte Feige bekannt – viele ähnliche Eigenschaften wie der koreanische Maulbeerbaum aufweisen. Letzterer wird zur Herstellung von „Washi“ verwendet, einem traditionellen, handgeschöpften Japanpapier. Feigen sind im gesamten Mittelmeerraum heimisch und De Simeis wurde klar, dass er auf einen verbreiteten und nachwachsenden Rohstoff gestoßen war.

Nachdem es ihm gelungen ist „die Techniken auf das botanische Erbe der mediterranen Feigen zu übertragen“, machte er sich an die Arbeit. In dem Video zeigt er den sehr mühsamen, zeitaufwendigen Prozess, bei dem es auf jeden Schritt ankommt, um das optimale Ergebnis zu erzielen.

Zunächst werden die weißen, reinen Zellulosefasern aus dem Inneren der Pflanze ausgelöst – kein einfaches Unterfangen – und anschließend in einem Gemisch aus Wasser, Holzasche und Rosmarin gebleicht. Dann kommt der spaßige Teil.

„Dann schlage ich die Fasern mit dem Hammer zu einem Brei, den ich in eine Bütte gebe, um daraus die ersten Bögen zu machen“, erklärt er.

„Nach einigen Bearbeitungsschritten entnehme ich die Papierblätter aus der Lösung, presse sie aus, um die überschüssige Flüssigkeit zu entfernen und lege sie zum Trocknen auf ein Hanftuch.“ Auf das Ergebnis ist De Simeis mächtig stolz – und das absolut zu Recht.

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